Sossenheimer Stolpersteine

Sossenheimer Stolpersteine

Stolpersteine in Sossenheim

Sich an den Terror und die Gewalt der nationalsozialistischen Diktatur zu erinnern, der Opfer und Leittragenden zu gedenken und immer aufs Neue zu mahnen, dass Ähnliches nie wieder geschehen darf, ist eine Verpflichtung für uns alle!
Gerade heute, wo wieder Millionen von Menschen auf der Flucht sind und verfolgt werden. Aber auch zu mahnen, da die rechten, fremdenfeindlichen Bewegungen in ganz Europa zunehmen. Mahnen heißt auch, nicht wieder zu Tätern zu werden. Denn dort wo es Opfer gibt, sind leider auch Täter. Auch wir in Sossenheim können uns davon nicht freisprechen. Deshalb brauchen wir Mahnmale und Gedenkstätten und solche Veranstaltungen wie die Verlegung von Stolpersteinen dringender denn je.
Wir müssen Menschen aufmerksam machen auf das Schicksal der Opfer, und zwar Menschen aller Generationen. Das Erinnern darf nicht aussterben. Wir müssen die Erinnerung lebendig halten; die Erinnerung an den Mut der Helfer und die Tatenlosigkeit so vieler.  
Die Stolpersteine bieten eine Gelegenheit, sich im Alltag mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, sich berühren zu lassen von der Vergangenheit – vor allem und gerade durch das individuelle Schicksal, das einen Namen und ein Gesicht bekommt. Aber auch berühren zu lassen – mit dem Blick in die Zukunft!

Der „Heimat- und Geschichtsverein Frankfurt am Main-Sossenheim e.V.“ wird sich für die Verlegung von Stolpersteinen in Sossenheim einsetzen und somit auch weiter dazu beitragen, dass die betroffenen Menschen und die schrecklichen Geschehnisse von damals, nie in Vergessenheit geraten.

Was ist die „Initiative Stolpersteine in Frankfurt am Main e.V.“?

Die „Initiative Stolpersteine in Frankfurt am Main“ besteht seit 2003 und hat bis Ende 2019 die Verlegung von rund 1.500 Stolpersteinen veranlasst. Die Initiative recherchiert die Schicksale der Opfer, koordiniert die Verlegungen und informiert die Öffentlichkeit. Ein besonderes Anliegen der Initiative ist es, mit Nachkommen und Verwandten der Opfer in Kontakt zu kommen.
Die Stadt Frankfurt begrüßt diese Initiative. Viele Institutionen unterstützen sie, darunter das Jüdische Museum, das Amt für Wissenschaft und Kunst und das Institut für Stadtgeschichte. Schulen, Kirchengemeinden und Vereine werden mit einbezogen und nehmen aktiv an den Verlegungen teil. Die Lebensgeschichten der Menschen, für die Stolpersteine gelegt wurden, erscheinen in einer jährlichen Dokumentation.
Stolpersteine wurden in Frankfurt am Main bisher in folgenden Stadtteilen verlegt: Altstadt, Bahnhofsviertel, Bergen-Enkheim, Bockenheim, Bornheim, Dornbusch, Eckenheim, Eschersheim, Fechenheim, Gallus, Ginnheim, Griesheim, Gutleut, Hausen, Heddernheim, Höchst, Innenstadt, Nied, Niederrad, Nordend, Ostend, Praunheim, Riederwald, Rödelheim, Römerstadt, Sachsenhausen, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach, Westend.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.stolpersteine-frankfur.de

Der Stolperstein

Stolpersteine sind 10 cm x 10 cm x 10 cm große Betonquader, auf deren Oberseite eine Messingplatte verankert ist. Auf den Messingplatten werden die Namen und Daten von Menschen eingeschlagen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
"Auf dem Stolperstein bekommt das Opfer seinen Namen wieder, jedes Opfer erhält einen eigenen Stein - seine Identität und sein Schicksal sind, soweit bekannt, ablesbar. Durch den Gedenkstein vor seinem Haus wird die Erinnerung an diesen Menschen in unseren Alltag geholt. Jeder persönliche Stein symbolisiert auch die Gesamtheit der Opfer, denn alle eigentlich nötigen Steine kann man nicht verlegen." (Gunter Demnig)
Gunter Demnig hat bisher in über 1.200 deutschen Städten und Gemeinden sowie in 24 weiteren europäischen Ländern mehr als 80.000 Stolpersteine verlegt. Er wurde für sein Projekt im Oktober 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.