Moos & Söhne – Baustoff-Fachhandel

Moos & Söhne – Baustoff-Fachhandel

Wie aus einem kleinen Lebensmittelgeschäft eine bedeutende 
Brenn- und Baustoff-Fachhandlung wurde

über 100 Jahre Moos  
heute Hauptstraße/Burgstraße Schwalbach

Man schrieb das Jahr 1897, als ein Mitglied der alteingesessenen Sossenheimer Familie Moos, Georg Moos, in Sossenheims Westerwaldstraße einen kleinen Lebensmittelladen eröffnete. Schon bald begnügte sich Georg Moos nicht mehr allein mit dem Handel von Lebensmitteln, sondern erweiterte sein Angebot noch durch die Hinzunahme von Obst und Gemüse und Kohlen für dem Winter. Dieser Kohlenhandel weitete sich aus, so dass Georg Moos (Bild rechts) den Lebensmittelladen an seine Gattin Katharina Moos abgab und am  25. Januar 1899 die Firma Moos Kohlenhandlung gründete.


Das Bild aus dem Jahr 1912 zeigt das 1897 gegründete Geschäft in der Westerwaldstraße,
die damals noch Taunusstraße hieß


Der Firmengründer Georg Moos

Damals wurde der Grundstein für die Entwicklung des heutigen Unternehmens gelegt. Der Anfang war schwierig. Ein Eselskarren musste genügen, um die Kohlensäcke den Kunden ins Haus zu bringen. Der Aufschwung kam, als Georg Moos 1906 die Konzession als „Bahnamtlicher Rollfuhrunternehmer“ erhielt und damit seiner Kohlenhandlung eine Spedition angliederte. Wenn man berücksichtigt, was damals alles per Bahn befördert wurde, so versteht man leicht, dass eine derartige Konzession sehr begehrt war. Nahezu alle Güter – ob es die Kiste Äpfel für die Tante in Sossenheim oder das Fass Bier für die Gastwirtschaft an der Ecke war – konnte zu jener Zeit im Binnenland am leichtesten auf dem Schienenweg verschickt werden. Denn der Kraftverkehr war erst in seinen Anfängen und deshalb gerade alles andere als billig. Dann kam der erste Weltkrieg und mit ihm die folgenschwere Inflation. Das junge Unternehmen musste empfindliche Rückschläge hinnehmen. Doch gerade hier zeigte sich, dass die Familie Moos nicht zu entmutigen war. Es musste einfach weitergehen.

Georg Moos übergab 1926 seinem Sohn Johann Christian das Unternehmen. Mit festem Willen ausgestattet, schaffte er das fast Unmögliche, er konnte das Unternehmen sogar noch weiter ausbauen. Die starke Aufwärtsbewegung zeigte sich 1928, als es Johann Christian Moos gelang, als einer der ersten Sossenheimer einen LKW anzuschaffen und über einen eignen Telefonanschluss zu verfügen.


1914 - Diese Bild zeigt das erste Kohlelager in Sossenheim


1928 - Der erste LKW des Unternehmens

Schon 1930 konnte der erste gebrauchte Lastwagen gegen einen neuen LKW ausgetauscht werden, aber die Pferde behielt man vorläufig noch bei. Die letzten Pferde leisteten sogar noch im Zweiten Weltkrieg und bis zur Währungsreform treue Dienste, denn der LKW wurde noch in den letzten Kriegstagen beschlagnahmt.

Der Zweite Weltkrieg brachte dem Unternehmen erneut große Rückschläge, besonders als Johann Christian Moos und sein ältester Sohn Hermann, der nach seiner Kaufmannslehre nur ein Jahr in dem elterlichen Betrieb tätig sein konnte, noch kurz vor Kriegsende zum Militär eingezogen wurden.

Äußerst mühsam war dann der Wiederaufbau, der noch vor der Währungsreform begann. Ein Bulldog aus dem Jahr 1923 mit einem Glühkopf und Handrad anstelle eines Anlassers, eine mit Holzgas betriebene Zugmaschine und zwei im Eigenbau von Familienangehörigen zusammengebastelte Anhänger waren die ersten Fahrzeuge, denen heute ein Fuhrpark mit modernen Lastwagen gegenübersteht. Doch auch der Krieg und die nachfolgende Währungsreform verloren nach und nach an Schrecken. Die allgemeine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung und die eiserne Energie von Johann Christian Moos ließen die Geschäfte der Firma wiederaufleben. So wurde 1949, im Hinblick auf die zunehmende Bautätigkeit der kommenden Jahre, die Chance wahrgenommen und der Spedition und dem Kohlenhandel eine Baustoffgroßhandlung angegliedert. Nach der Eröffnung der ersten Filiale 1949 in Schwalbach folgten 1952 die Eröffnung der Filiale Niederhöchstadt, 1961 der Filiale Kronberg und 1970 der Filiale Steinbach. Begünstigt wurde der starke Expansionsdrang in dieser Zeit vor allem durch den Weitblick des Firmengründers und seines Sohnes. So konnte schon Georg Moos zusätzlich zum Haus Westerwaldstraße 15, im Jahre 1913 auch das Gelände Westerwaldstraße 17 erwerben, das sein Sohn Johann Christian 1950 durch den Erwerb des daran angrenzenden Anwesens in der Schaumburger Straße 4 ergänzte. Auch in Schwalbach wurde man durch den Kauf des Geländes Schulstraße 17 für das erste Lager Schwalbach 1957 sesshaft.

1953 trat nun auch Erwin Moos sen. als zweiter Enkel des Gründers in die Firma ein. Im weiteren Verlauf wurde die Firma dann 1960 in die Firma Moos und Söhne KG umgewandelt.

Da die in Sossenheim und Schwalbach zur Verfügung stehenden Gelände schon bald nicht mehr den Anforderungen genügten, erwarb die KG 1962 das 12.000 qm große Grundstück des historischen Schwalbacher Kameralhofes. Dort wurde in kurzer Zeit ein großzügiges modernes Brenn- und Baustofflager mit Bürotrakt errichtet.

1967 trat die vierte Generation in die Firma ein.


Das Firmengelände in Schwalbach

Obwohl inzwischen auch der Hauptsitz der Firma von Sossenheim nach Schwalbach verlegt wurde, fühlt sich die Familie Moos, die in Sossenheim weiterhin eine Filiale unterhält, den Sossenheimern nach wie vor eng verbunden. Das beweist nicht zuletzt der Radsport, der wie schon zu Zeiten des Firmengründers Georg Moos und Wilhelm Kleins, des Großvaters mütterlicherseits von Erwin Moos jun., und Gründer des Radfahrvereins Sossenheim 1895 e.V., zu dessen Ehren das Wilhelm-Klein-Gedächtnisrennen veranstaltet wird, das Hobby der Familie ist. Hermann und Erwin Moos sen. sind weiter im Sossenheimer Radfahrverein aktiv. Beide haben sich darüber hinaus als Veranstalter große Verdienste um den Radklassiker „Rund um den Henninger Turm“, das Radrennen „Luk-Cup“ und andere Radsportveranstaltungen erworben. Auch Ingo Moos, Sohn von Erwin Moos sen. tritt durch mehrfache Siege in Amateurrennen in die Fußstapfen seines großen Vorbildes und Vaters, der um die fünfziger Jahre ein international bekannter Radamateur war. Trotz dieser regen Vereinstätigkeit und anderen Verpflichtungen im öffentlichen Leben sind die Geschäftsführer der Firma Moos im Interesse des Unternehmens weiterhin expansiv.

Die beiden nachfolgenden Bilder entstanden anlässlich des 75-jährigen Firmenjubiläums 1974